Heidelberger
             Fastenbrechen

Erfahrungsberichte - Gäste


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Herr Wolf L. schreibt:

"Es war interessant zu erfahren wie es der 1. Generation ab 1969 in Deutschland erging. Ich habe dem jungen Paar Ebrem bereits gesagt, daß sie unsere "Ideal-Moslems" sind: offensichtlich voll in der BRD integriert, ohne die anatolischen Wurzeln zu verleugnen. Gut finde ich auch, daß die 2. Generation hier offensichlich beide Sprachen komplett beherrscht u. auch den kommenden Nachwuchs 2-sprachig aufwachsen lassen will. In dieser 2-Sprachigkeit sehe ich für die Zukunft eine besondere Chance im Verhältnis zu unserem wichtigen Handelspartner Türkei und wenn Herr Ebrem auch noch seine Arabisch-Kenntnisse ausbaut liegt hierin auch eine Chance mit der übrigen muslimischen Welt die Kontakte von Deutschland/Europa aus positiv zu intensivieren.
Sehr positiv war hier mal mit modernen aufgeklärten Moslems zu sprechen; wenn wir derzeit in den Medien Informationen über den Islam bekommen betrifft das fast nur den Fundamentalismus und der erschreckt uns mit seiner scharfen Trennung von Mann und Frau, teils extrem eingeschränkten Rechten der Frauen und natürlich auch mit dem praktizierten Recht der Scharia. Mit Ebrems konnten wir über diese Punkte sehr offen reden u. ich habe eigentlich keine wirklichen Unterschiede in den Auffassungen entdeckt. Auch daß ich mit dem Kopftuch-Tragen meine Probleme habe führte ich offen aus. Meiner Meinung nach wird Kopftuch bis zur völligen Verschleierung gerade von Fundamentalisten auch als Abgrenzung bewußt herausgestellt. Ich meine wenn man nicht Gefahr laufen will als fundamentalistisch zu gelten sollte man lieber auf das Kopftuch - das soweit ich weiß der Koran nicht vorschreibt - verzichten. Eine stärkere Verschleierung ist meines Erachtens auch für die Frau eine extreme Benachteiligung und damit völlig konträr zu der heute für aufgeklärte Menschen selbstverständlichen Gleichberechtigung.

Nicht zu vergessen: wir haben auch das sehr interessant gewürzte etwas andere Essen sehr genossen.

Ihre Idee das Fastenbrechen als Anlaß zu Begegnungen von Alt- mit Neu-Deutschen oder auch von Christen mit Moslems zu nehmen finde ich eine prima und eigentlich bin ich etwas enttäuscht, daß das Interesse bei Alt-Deutschen offensichtlich noch etwas zurückhaltend war, doch glaube ich auch, daß im nächsten Jahr Ihr Angebot sicher auch mehr angenommen wird. Ich habe bereits im Bekanntenkeis "Reklame" für solche Begegnungen gemacht u. werde das auch weiter tun, denn der Abend war eine echte Bereicherung. Eine unserer Töchter hat spontan gesagt: " das interessiert mich auch"."


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